Zum Hauptinhalt springen

So funktioniert Klar Attribution

Ausführliche Erklärung der Attribution-Lösung von Klar.

Verfasst von Frank Birzle

tl;dr

  • Klar betreibt ein First-Party-Tracking-Skript unter deiner eigenen Domain – so kann es nicht von Ad-Blockern oder Browser-Datenschutzänderungen blockiert werden

  • Um Sessions über Geräte und Browser hinweg zu verknüpfen, nutzt Klar 25 verschiedene Identifier-Dimensionen – und ordnet sie probabilistisch zu, statt einen harten Abgleich über unzuverlässige Signale wie IP-Adressen allein zu machen

  • Zero-Party-Daten aus Rabattcodes und Post-Purchase-Surveys kommen obendrauf, um die Journey weiter anzureichern

  • Das Ergebnis sind User Journeys mit hoher Wahrscheinlichkeit, keine 60%-Schätzungen – direkt eingespeist in deine Profitabilitäts- und Retentionsdaten in Klar

  • Alle Daten bleiben in der EU – Klar ist nach ISO/IEC 27001:2024 zertifiziert

  • Attributionsdaten sind erst ab dem Tag verfügbar, an dem dein Pixel live ging – mit einem 90-tägigen GA4-Fallback-Fenster davor


Warum Attribution schwierig ist

User Journeys sind fragmentiert. Ein Kunde entdeckt deine Marke vielleicht über eine Influencer-Story auf dem Handy, stöbert am nächsten Tag am Laptop und konvertiert eine Woche später über Branded Search – drei Geräte, potenziell drei verschiedene Browser und IP-Adressen. Die meisten Tools setzen entweder auf Cookies (zunehmend blockiert) oder vereinfachen zu stark mit hartem IP-Mapping, was in großem Maßstab Fehler erzeugt. Klars Ansatz ist es, so viele Signale wie möglich zu sammeln und sie nach Zuverlässigkeit zu gewichten.


Das First-Party-Tracking-Skript

Statt unter einer geteilten Third-Party-Domain zu feuern, generiert Klar ein Skript, das unter deiner eigenen Subdomain läuft (z. B. 56789.yourshop.eu). Ad-Blocker und Browser-Datenschutz-Tools blockieren Third-Party-Tracking-Domains standardmäßig – ein First-Party-Skript auf deiner eigenen Subdomain wird nicht erwischt. Es ist außerdem der langfristig tragfähige Ansatz, während die Einschränkungen für Third-Party-Cookies weiter zunehmen.


Was Klar erfasst

Sobald das Skript live ist, erfasst es drei Arten von Signalen:

Marketing-Signale – UTM-Parameter und Ad-Click-IDs (fbclid, gclid, ttclid)

Identitäts-Signale – User-IDs, Session-IDs, IP-Adresse, Device-Fingerprint, User-Agent, E-Mail-Adresse beim Checkout – insgesamt 25 Dimensionen, mit denen Sessions verknüpft werden

Verhaltens-Signale – Verweildauer auf der Seite, Add-to-Cart, Kauf-Events


Wie Klar Sessions verknüpft

Mit diesen Daten baut Klar einheitliche Nutzerprofile über Geräte und Touchpoints hinweg. Ein einfaches Beispiel: Ein Kunde klickt auf dem Handy auf einen Influencer-Post und kauft dann zuhause am Laptop über Branded Search. Klar verknüpft die ersten Sessions über die User-ID und die Laptop-Session über die IP-Adresse – eine einheitliche Journey: Influencer → Branded Search → Kauf.

Nicht alle Signale sind gleich zuverlässig. Die E-Mail-Adresse ist ein harter Treffer. Die IP-Adresse nicht – sie kann von vielen Menschen im selben Mobilfunknetz geteilt werden. Statt allein über die IP zuzuordnen, analysiert Klar daher den ISP, das Land und den Netzwerktyp, um eine Wahrscheinlichkeitskurve zu erstellen, die dynamisch bestimmt, wie lange einer IP als Identifier vertraut werden kann. Mehrere Identifier (z. B. IP + User-Agent) werden kombiniert, um engere Kurven und Treffer mit höherer Sicherheit zu erzielen – deutlich über 60%.


Historische Daten & das 90-Tage-Fallback-Fenster

Attribution erfordert für jede Bestellung eine getrackte Customer Journey. Klar beginnt erst ab dem Tag, an dem dein Pixel live geht, echte Journeys aufzubauen.

Für Bestellungen, die vor der Pixel-Installation aufgegeben wurden, nutzt Klar einen Fallback: Es zieht die Source-/UTM-Informationen der Bestellung aus GA4 und behandelt diese als Attributionssignal. Das ist keine Multi-Touchpoint-Journey – es ist ein einzelner Last-Click-Datenpunkt aus GA4, der als bestmöglicher Ersatz dient.

Dieser Fallback deckt nur die 90 Tage unmittelbar vor dem ersten getrackten Verkauf deines Pixels ab. Ältere Bestellungen haben keine Journey-Daten und tragen in Klar keinen attribuierten Umsatz.

Beispiel: War die erste getrackte Bestellung deines Pixels am 12. August 2025, zeigt Klar GA4-basierte Attribution für Bestellungen ab dem 14. Mai 2025. Alles vor dem 14. Mai hat keine Attributionsdaten.

Was das in der Praxis bedeutet: Wenn dein Attributions-Report in den ersten Monaten eine Lücke oder einen ungewöhnlich hohen Anteil „Direct / Unattributed" zeigt, ist das erwartbar – diese Bestellungen liegen vor dem Pixel oder außerhalb des 90-Tage-Fallback-Fensters.


Anreicherung mit Zero-Party-Daten

Post-Purchase-Surveys und Rabattcodes kommen zusätzlich zum First-Party-Tracking obendrauf, um zu erfassen, was das Klick-Tracking verpasst:

  • Sagt ein Kunde „TikTok" und es existiert ein TikTok-Touchpoint → wird dieser Touchpoint im Attributionsmodell verstärkt

  • Nennt er einen Kanal ohne getrackten Touchpoint → fügt Klar einen Touchpoint in die Journey ein (z. B. Pinterest am Anfang oder einen Influencer am Ende)

So spiegelt deine Attribution die echte Customer Journey wider, inklusive dunkler Kanäle, die nie einen trackbaren Klick erzeugt haben.


Datensicherheit & Compliance

Customer Journeys zu tracken bedeutet, mit sensiblen Daten umzugehen. So behandelt Klar sie:

  • ISO/IEC 27001:2024-zertifiziert durch GUTcert – der international anerkannte Standard für Informationssicherheit. Vollständiges Zertifikat unter trust.getklar.com

  • EU-Hosting – Daten werden ausschließlich in EU-Rechenzentren verarbeitet und gespeichert und verlassen die EU nie

  • Verschlüsselung – TLS 1.2/1.3 bei der Übertragung, AES-256 im Ruhezustand

  • Zugriffskontrolle – RBAC, Least-Privilege-Prinzipien, MFA auf allen internen Systemen

  • DSGVO-konform – AVV verfügbar unter trust.getklar.com/dpa

Hat dies deine Frage beantwortet?